WJ fährt....zu den Sternen

16.11.2020

Wirtschaftsjunioren greifen nach den Sternen

Foto: Sternenpark Rhön e.V
Foto: Sternenpark Rhön e.V

Der nächtliche Sternenhimmel über uns ist wohl eine der ästhetischsten Naturerfahrungen. Doch was ist ein Stern, was ein Planet und wo ist der Mond eigentlich bei Neumond? Diesen und weiteren spannenden Fragen gingen die Wirtschaftsjunioren Fulda bei einer nächtlichen Führung nach und erlebten dabei eine „astronomische Mondlichtführung“ der besonderen Art. Die Beziehung zum Sternenhimmel ist in Stadt und Landkreis Fulda sehr ausgeprägt: Nachdem die IDA (International Dark Sky Association) das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bereits 2014 als Sternenpark anerkannte, wurde die Barockstadt im vergangenen Jahr als erste deutsche „Sternenstadt“ ausgezeichnet. Ein guter Grund für 20 Wirtschaftsjunioren die Einladung zu einer Sternenführung mit Sabine Frank anzunehmen. Treffpunkt war das Fuldaer Haus an der Maulkuppe.                                                                                                       

Himmelsphänomene der Nacht

Leider erlaubt die starke Bewölkung an diesem Abend nur wenige Blicke auf die Sterne. Doch Sabine Frank, zertifi zierte Sternenführerin des Sternenparks Rhön e.V., erklärte während des rund zweistündigen Erlebnisspazierganges viele eindrucksvolle Phänomene und Themen rund um den Mond und die Lichtverschmutzung. Anhand praxisnaher Beispiele sensibilisierte die Expertin für diese Problematik auch in der Stadt Fulda. „Lichtverschmutzung führt dazu, dass wir kaum noch Sterne am Himmel sehen können. Sie schadet dem Schlafrhythmus der Menschen und damit der Gesundheit“, unterstrich Frank und veranschaulichte mit Fotos, wie Pflanzen und Tiere durch unnatürliche Lichtquellen irritiert und gestresst werden und Lebensraum zerstört wird.

Licht aus, Sternenhimmel an

Bei der Reduzierung von Lichtquellen denken die meisten zunächst an Industrieanlagen, Parkplätze oder Gewerbegebiete. Aber auch in kleinen Ortschaften und bei der Beleuchtung des eigenen Grundstücks finden sich rasch Beispiele, wie Lichtverschmutzung wirkungsvoll reduziert werden kann. Schon für kleines Geld erzeugen Leuchtkugeln, Wegelampen oder Solarfackeln mit einem geringen Stromverbrauch eine enorme Helligkeit. Durch Nachtschaltuhren oder auch eine Lenkung des Lichtstrahls nach unten und abseits von Sträuchern werden Tiere und Pfl anzen in ihrem normalen Rhythmus weniger gestört. Darüber hinaus entlastet es den Geldbeutel, das Licht am Abend auszuknipsen und Geld zu sparen. Weil Strom immer teurer wird, rüsten jetzt bereits viele Kommunen ihre Straßen- und Gebäudebeleuchtungen um, auch im Landkreis Fulda.

Schutz unserer Umwelt

Fazit nach einem anregenden Abend: Selbst wenn wir in kleinen Dingen umdenken, tragen wir dazu bei, die Nacht zu bewahren. Das beliebte Gedicht und Abendlied des Dichters Matthias Claudius (1740–1815) „Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen“ kann in diesem Sinne ein wichtiger Appell für den Schutz unserer Umwelt sein.